Reisen

小樽 Otaru – Wo das Glas Wächst

Nachdem mir in Sapporo ein kleines Kind auf einer Treppe im Bahnhof zum Abschied gewinkt hatte, begab ich mich schon wieder zurück in Richtung Heimat. Mein nächster Zwischenstopp sollte allerdings Otaru sein, eine Stadt, durch die ich bereits am Vortag gefahren war. Auf der Strecke zwischen Sapporo und Otaru gibt es einen schönen, großen Felsen im Meer, der am Vortag (da ich nachmittags daran vorbeifuhr) majestätisch von der untergehenden Sonne beleuchtet worden war.

In Otaru selber gab es interessanterweise sehr viele Handleser (s. Bilder 12 und 13), wobei die Stadt für ihr Glas und die Leierkasten-/Orgelhalle berühmt ist (dort klingt die Musik nach Harry Potter). Ich will also mit dem Titel des Beitrages keineswegs rassistisch sein, sondern nur der Tatsache Ausdruck verleihen, dass Otaru berühmt für seine vielen Glaswerkstätten ist.

And now, this:

函館 Hakodate – Im japanischen Nordstern

Der oben abgebildete Stempel ist der Beweis dafür, dass ich im 五稜郭 Goryōkaku in Hakodate war, der einzigen nach europäischem Vorbild erbauten sternförmigen Festung in Japan. Bilder habe ich natürlich auch gemacht; gewiss, ich habe sogar Bilder von den Orten auf dem Weg nach Hokkaidō gemacht. Aber diese Bilder sind mir leider in Form der SD-Karte, auf der sie waren, abhanden gekommen.

Und zwar habe ich sie wohl beim Batteriewechsel vor der 旧函館区公会堂 Kyū Hakodate Kōkaidō („Ehemalige öffentliche Halle des Distrikts Hakodate“, s.u. Bild 11) aus der Kameratasche verloren, da die Karte im gleichen Beutel wie die Batterie war.

Daher gibt es also nur Bilder, die ich auf der zweiten SD-Karte (gewechselt hatte ich die SD-Karten im Hotel, auf dem Weg zu der öffentlichen Halle) verewigt habe. Eine Auswahl folgt.

O Aniki, Where Art Thou?

Etwas Paradoxes (aber zu Erwartendes) ist passiert. Ich war jetzt zwei Monate in Japan, unter anderem mit der impliziten Hoffnung, „vor Ort“ schneller an relevante Infos zu kommen und über sie zu schreiben, und doch habe ich für diesen Blog keinen Artikel verfasst.

Jetzt bin ich mittlerweile wieder in Deutschland und kann höchstens ein wenig retrospektiv darüber berichten, was ich gemacht habe. So soll es denn auch sein.

Die Ruhe … während des Sturms?

Es war in letzter Zeit wieder etwas ruhiger auf diesem Blog. So habe ich in der Zeit viele Dinge verpasst zu erwähnen, die wichtig waren und hierhin gepasst hätten. Von den Gedenktagen an die Atombombenabwürfe auf Hiroshima und Nagasaki am 6. und 9. August 1945 und dem folgenden Kriegsende am 15. August (mit der formalen Unterzeichnung der Kapitulation am 2. September und wie das z.B. dieses Jahr in China gefeiert wurde) bis hin zu diversen Reisen meinerseits von Matsumoto über die Tateyama Kurobe Alpine Route bis nach Okinawa (nicht an einem Stück).

Und so gerne ich ausführlich über alles geschrieben hätte, so lag die Zeit – trotz Ende der Vorlesungszeit – doch nicht zu meinen Gunsten. Denn ich war zu großen Teilen mit dem Sinnieren über meine akademische Zukunft und der Wohnungssuche in Heidelberg beschäftigt.

Jetzt, beim heftigen Regen aufgrund des mittlerweile 18ten Taifuns in diesem Jahr (der 19te ist bereits auf der Wetterkarte eingezeichnet, soll jedoch knapp an Japan vorbeiziehen), komme ich dazu, mich wieder zu melden. Es wird, passend zu meinem Wetter, ein kleines Musikstück im nächsten Eintrag geben, also haltet Euch bereit: fluctus excitare in simpulo.


Mumon

Fuji am Meer

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Der Versuch, den 富士山 Fujisan ein wenig ungewöhnlicher in Szene zu setzen, mündete in diesem Bild. Entstanden ist es am 4. Januar in 静岡 Shizuoka, als ich am letzten Tag meiner ersten Fünf-Tages-All-You-Can-Bahnfahr-Ticket-Tour eine der 100 schönsten Landschaften Japans besucht habe, 日本平 Nihondaira.

Vor dem an diesem Ort typischen Fujibild konnte ich mich allerdings auch nicht abhalten, denn die Aussicht war zugegebenermaßen sehr beeindruckend und außerordentlich für mich, der ich diesen Anblick – so glaube ich – noch nicht in natura gesehen habe:

Return of the Jedi

Es ist seit dem letzten Artikel viel Zeit verstrichen. War ich zu der Zeit des letzten Artikels in der abschliessenden Phase meines Praktikums, so habe ich mich in den darauffolgenden Wochen wieder mehr durch Japan bewegt. Aber alles der Reihe nach.

Das Praktikum war ein kurzes, sechswöchiges im 国立情報学研究所 National Institute of Informatics in Tokyo, bei dem ich einen Parser für’s Japanische implementieren durfte. Das war ganz schön, zumal ich es mit einem für mich neuen Grammatikformalismus (Combinatory Categorial Grammar, CCG) und einer neuen Programmiersprache (Scala) zu tun hatte.

Nachdem das Praktikum am 23. März zu Ende ging und ich innerlich feststellte, dass ich nur ungern zu Java zurückkehren möchte, blieb dann aber auch keine Zeit zum Ausruhen.

Es verschlug mich am 24. März für fünf Tage in eine Region Japans, die seit Mitte März durch den Schnellzug, dem 新幹線 Shinkansen, erschliessbar gemacht wurde – was auch seit einem halben Jahr beworben wurde, weswegen ich mir auch in den Kopf setzte, dort hinzufahren.