Parallels

Wie erwähnt regnet es gerade. Ich muss aber ergänzen, dass es bereits pausenlos seit gestern Nacht und nebenbei bemerkt in großen Mengen regnet. Daher dachte ich mir, das sei eine gute Gelegenheit, um Musik zu hören und erneut ein eigenes Stück hochzuladen:


Das obige Stück mag etwas ungewöhnlicher sein, von kontemplativ über soghaft bis unkoordiniert fallen mir da (je nach Situation) ein paar Adjektive zu ein. Das Stück ist komplett improvisiert und war Teil eines älteren Projekts. Aufgenommen habe ich es, glaube ich, bereits 2010.

Mir ging es neben der Experimentierfreude darum, deutlich zu machen, dass in dem Moment, in dem man eine Note wahrnimmt, – überspitzt formuliert – eigentlich schon die nächste Note gespielt wird (da ja die Schallwellen ein bisschen Zeit benötigen, um am Ohr anzukommen). Das ist im Endeffekt wie mit dem Licht, man sieht ja z.B. die Sonne auch nur in dem Zustand von vor 8 Minuten und dementsprechend ist die Parallelität zwischen eigener Wahrnehmung und dem Objekt etwas verzerrt.

Dessen ist man sich normalerweise eigentlich nicht bewusst, von daher hatte ich die Idee, mit einem Delayeffekt zu spielen, um sich diesen (in der Realität zugegebenermaßen kaum wahrnehmbaren) Notenfluss vor Ohren zu führen.


Eine Frage noch zum Abschluss: wann hört es auf zu regnen? Wenn der letzte Regentropfen aus der Wolke fällt oder wenn der letzte Regentropfen auf dem Boden landet? Und bedeutet das im zweiten Fall, dass es für Leute auf Dächern früher aufhört zu regnen als für die auf der Straße?

Parallelität ist eine Frage der Perspektive, wie uns schon die nicht-euklidische Geometrie gelehrt hat.


Mumon

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.