Return of the Jedi

Es ist seit dem letzten Artikel viel Zeit verstrichen. War ich zu der Zeit des letzten Artikels in der abschliessenden Phase meines Praktikums, so habe ich mich in den darauffolgenden Wochen wieder mehr durch Japan bewegt. Aber alles der Reihe nach.

Das Praktikum war ein kurzes, sechswöchiges im 国立情報学研究所 National Institute of Informatics in Tokyo, bei dem ich einen Parser für’s Japanische implementieren durfte. Das war ganz schön, zumal ich es mit einem für mich neuen Grammatikformalismus (Combinatory Categorial Grammar, CCG) und einer neuen Programmiersprache (Scala) zu tun hatte.

Nachdem das Praktikum am 23. März zu Ende ging und ich innerlich feststellte, dass ich nur ungern zu Java zurückkehren möchte, blieb dann aber auch keine Zeit zum Ausruhen.

Es verschlug mich am 24. März für fünf Tage in eine Region Japans, die seit Mitte März durch den Schnellzug, dem 新幹線 Shinkansen, erschliessbar gemacht wurde – was auch seit einem halben Jahr beworben wurde, weswegen ich mir auch in den Kopf setzte, dort hinzufahren.


Es ging nordwestlich von Tokyo nach 北陸 Hokuriku, wo ich einen der drei berühmten Gärten Japans (兼六園 Kenrokuen), begehbare Felsformationen im Meer (東尋坊 Tojinbo), die älteste noch stehende Burg Japans (in 丸岡 Maruoka), alte Teeviertel (in 金沢 Kanazawa und 高山 Takayama) gesehen und in einem Weltkulturerbe übernachtet habe (in 相倉 Ainokura).

Die Rückfahrt am letzten Tag von Takayama nach 名古屋 Nagoya (wo ich mir noch die Burg mitsamt Kirschblüten angeschaut habe), war ein wenig traurig (vor allem, als ich mich nach all der Natur der mittleren drei Tage wieder prompt in einer Großstadt wiederfand), aber dennoch sehr schön.

Daraufhin habe ich mich einen Tag ausruhen können, bevor erneut Besuch aus Deutschland vorbeikam.


Die erste Woche bestand aus Kurztrips von Tokyo nach 鎌倉 Kamakura oder 日光 Nikko sowie Erkundungen innerhalb Tokyos.

Die zweite Woche war auch interessant, da wir sechs Tage lang Westjapan erkundet haben. Es ging mit dem vor einiger Zeit vorgestellten Seishun 18-Ticket – mit dem man an fünf Tagen alle Regional- und Expresszüge der Japan Railways so ausgiebig nutzen kann, wie es einem der Tag hergibt – am ersten Tag von Tokyo nach 大阪 Osaka, wo wir die ersten Nächte bleiben sollten.

Es sollte klar sein, dass die Fahrt beim Gebrauch von Regional- und Expresszügen weitaus länger dauert, als mit dem Schnellzug – wir haben zehn Stunden nach Osaka gebraucht…

Dort angekommen haben wir die ersten zwei Tage damit verbracht, uns allerlei in 京都 Kyoto und Osaka anzuschauen.

Am dritten Tage sind wir weiter in den Südwesten gereist, mit Zwischenstops in 姫路 Himeji (dort steht die berühmteste Burg Japans; ganz in weiß) und 岡山 Okayama (dort ist der zweite der drei berühmten Gärten Japans, der 後楽園 Korakuen, sowie die Gegenburg zu Himeji; hier nämlich ganz in schwarz), bis wir schlussendlich 広島 Hiroshima erreicht haben.

Von dort haben wir am nächsten Tag zunächst 宮島 Miyajima erkundet, dessen Aushängeschild der 厳島神社 Itsukushima Schrein ist, der Weltulturerbe ist und dessen roter Torbogen im Wasser steht – den man aber bei Ebbe auch zu Fuß erkunden kann. Wir hatten das Glück den Torbogen in beiden Zuständen zu erleben.

Am letzten Tag ging es durch Hiroshima, wo wir – bei allzu passendem Regenwetter – durch das Hiroshima Peace Memorial gegangen sind (und wo ich im Museum ein Foto meines Lehrers von der japanischen Schule als Dolmetscher für Richard von Weizsäcker entdeckt habe) und schlussendlich die Burg von Hiroshima besucht haben. Am Abend ging es dann per Nachtbus zwölf Stunden lang nach Tokyo zurück…

Und auch dieser Kurzurlaub ging vorbei und schon am Tag nach der Abreise meines Besuchs ging für mich das Unileben wieder los.


Dieses Semester belege ich nach dem computerlinguistischen Intermezzo in Form des Praktikums wieder keinen Kurs, der „fachbezogen“ bezeichnet werden kann (gut, zwei davon haben mehr oder weniger relevante Bezugspunkte, aber dennoch).

Und zwar sieht der Plan so aus:

– Controversies in Globalization

– Introduction to Japanese Linguistics

– Translation from Japanese to English: Theory and Practice

– Regional Security in North East Asia: Japan’s Security and the Rise of China

Es sind allesamt interessante Kurse (bis auf die Linguistikeinführung, die ist gerade aufgrund der Themen (Phonetik und Phonologie) nicht gerade der Renner; aber später sollte es interessanter werden), vor allen Dingen sind aber die Profs alle etwas komisch und/oder verschroben. Aber dazu später vielleicht mal mehr.

Zusätzlich habe ich auch im Moment alle Hände voll zu tun, weswegen ich bis jetzt zu keinem Eintrag gekommen bin. Bis jetzt jedenfalls.


Mumon

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