Between Roads

D der Abflugmorgen ist wahrlich unspektakulär, wir betreten um kurz vor sechs ein Taxi und fahren zum Flughafen. Auf dem Weg dorthin entdecken wir, dass ein Auto Original German Döner Kebab bewirbt und erblicken zudem erneut einen europäisch angehauchten Riesenklotz am Straßenrand.

Am Flughafen essen wir das restliche Fladenbrot auf, sind erneut verwundert ob der Obsession mit Säulen und machen uns schließlich – hundemüde – bereit, den nächsten Flieger zu betreten.

Rückblickend war der Besuch sehr faszinierend, obwohl ich für meinen nächsten Dubaibesuch Dinge geplant habe, die wir dieses Mal leider zu sehen oder zu machen verpasst haben: die Besichtigung der Souks in Deira, der Windtürme und Majlis Gallery in Bastakiya; eine Fahrt mit einer Abra; den Besuch des Al Fahidi Fort, der ältesten Befestigungsanlage Dubais (und bis 1973 das höchste Gebäude Dubais mit 23 Metern), des Sheikh Saeed Al Maktoum House und der Heritage Village.

Des Weiteren gibt es in Dubai noch eine Kuriosität, die mir der Reiseführer schmackhaft gemacht hat. Ich zitiere: „Zur arabischen Wüste gehören Kamele, aber wo in Dubai bekomme ich sie zu Gesicht? […] [B]ei Uschi Musch [sic!], einer Deutschen, die mitten in der Wüste in der Nähe von Dubai eine Kamelfarm besitzt und inzwischen auch Arabisch mit oberschwäbischem Akzent spricht.“ [1] Das klingt klasse!

Ehe ich mich allerdings zu lange den Dingen widme, die wir nicht gemacht haben, geht es nun mit Dingen weiter, die wir gemacht haben. Wäre ich nicht so müde, würde ich zwar mehr über den Flug berichten können, aber das kann ich nicht. Von daher, Sprung.

Ein Dank geht übrigens noch an Emirates für diesen Schmunzler:

Bild 1. <em><strong>Se7en</strong></em> lässt grüßen...

Bild 1. Se7en lässt grüßen…


Flughafen Tokyo Haneda – Freitag, 15. August

Dunkelheit ummantelt den Flieger bei Ankunft. Der Anblick Tokyos aus dem Flugzeug heraus lässt die Endlosigkeit dieser Stadt bereits erkennen. Ein einziges Meer des Lichts liegt zu unseren Füßen. Da der Flughafen zudem stadtnah in der Bucht von Tokyo liegt, befinden wir uns in Sichtweite der Lichtquellen und beim Landeanflug knapp über dem Meeresspiegel.

Bild 1. Blick aus dem Fenster.

Bild 2. Blick aus dem Fenster.

Bild 2. So sieht es bei der Landung aus.

Bild 3. So sieht es bei der Landung aus.

Wir erreichen planmäßig um 23 Uhr lokaler Zeit den Zielflughafen. Die Einreise klappt für alle ohne Probleme (ich hatte lediglich vergessen, das Zollblatt auszufüllen; das hole ich jetzt noch schnell nach) und wir stehen um 23:45 Uhr im Ankunftsbereich.

Nach dem vergeblichen Suchen nach einer Bahnverbindung um diese Uhrzeit – die letzten Bahnen fahren in Tokyo so gegen 0:30 Uhr und wir bräuchten ca. 1 Stunde nach Hause –, machen wir es uns, wie bereits vorausgesehen, am Flughafen gemütlich und geben zunächst unsere Koffer auf.

Auf Essenssuche erkunden wir das Terminal ein wenig. Es sind schöne auf altjapanisch getrimmte Häuschen als Restaurants vorzufinden. Nach der Stärkung betreten wir die Terrasse: es herrscht hohe Luftfeuchtigkeit, dafür ist es angenehm warm. Wir kaufen uns am Getränkeautomaten eine Flasche Wasser und beobachten dann, Wasser trinkend und Schokolade essend, ein Flugzeug beim Start – die in Dubai gekauften Nüsse erfreuen sich immer noch keiner Beliebtheit.

Bei dieser kurzen Ruhepause überkommt uns die Müdigkeit und wir entschliessen uns, auf Schlafplatzsuche zu gehen (wir suchen viel, nicht wahr?). Die Leute im Vorraum, die es sich auf den runden Lederbänken gemütlich gemacht haben, haben es angekündigt: es ist schwer, noch freie Plätze zu finden.

Das Schlimmste allerdings ist: je weiter man sich vom klimatisierten Bereich entfernt und je wärmer es wird, desto mehr Plätze sind frei. Daher finden wir natürlich im wärmsten Bereich eine ausreichend große Bank, die drei Leute fasst.

Wir markieren das Revier und schauen dann kurz im コンビニ Convenience Store vorbei. Verpflegt legen wir uns hin, die Ruhe brauchen wir. Eine kurze Zeit lang kann man sogar die Augen schließen (vor allem mit einer Augenmaske).

Irgendwann jedoch beginnt es zu lärmen, unendlich viele Leute gehen die Gänge entlang (das liegt wohl an verspäteten Landungen und ersten Abfliegern) und zudem setzen sich tobende Kinder neben uns.

Insgesamt gehe ich noch drei Mal in den コンビニ, um Essbares zu kaufen und lese dann ein wenig. Die Lektüre des Urlaubs spricht Bände: Warten auf Godot von Samuel Beckett.

Resigniert gebe ich das mit dem Schlafen um vier Uhr morgens auf und gehe in den klimatisierten Bereich, wo ich auf die Anderen warte. Schließlich versammeln wir uns um 5:15 Uhr, holen unser Gepäck ab und gehen Richtung U-Bahn.

Als Bahnhofsmelodie – viele Bahnhöfe in Tokyo haben eine eigene Melodie, anhand derer man sie erkennen kann – läuft 世界に一つだけの花 von SMAP, einer jap. Popgruppe.

Mit dieser Melodie (siehe und höre hier) im Kopf können wir uns hinsetzen und das Tokyo kurz nach Sonnenaufgang und im Morgentau genießen. Eine schöne Fahrt.


Mumon

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Quellen

[1] Dubai, Gerhard Heck (Hrsg.), DuMont Reiseverlag, 2014, S. 10.

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