Before the Road

Es sollte nach Japan gehen. So viel stand fest. Die Frage, die sich nach Zusage der Uni lediglich stellte, war also, wie es nach Japan gehen sollte. „Mit dem Flugzeug“ sollte man korrekterweise meinen und der ursprüngliche Plan sah das auch teilweise vor. Nachdem ich im Elternhaus meines besten Freundes nämlich einen Reiseführer über die Transsibirische Eisenbahn entdeckte, begann ich ein wenig in diese Richtung zu recherchieren.

Mir gefiel der Gedanke,1 mit dem Zug oder Flugzeug nach Moskau und von dort aus mit der Transsib nach Ulan Bator zu fahren, um von dort aus nach Japan zu fliegen. China wollte ich mir vorerst nicht geben, schließlich sind zwei Visa schon umständlich genug…

Mit einem Einweg-Flugschein von Japan nach Deutschland wäre man damit allerdings bei knapp 1800€ gewesen. Zugegeben, die Transsib auf der Strecke Moskau-Ulan Bator war wesentlich günstiger (ca. 400€) als erwartet. Dennoch ist das kein Betrag, den man vom Spesenkonto bezahlen würde.

Zudem war die Aussicht, mit Reisebegleitung in Form von zwei, nach eigenen Aussagen, „gesundheitlich sensiblen“ Freunden knapp zwei Wochen lang verschwitzt in der Transsib zu hocken und durch Wüsten zu trotten wahrscheinlich doch nicht das Gelbe vom Ei.2

Ich recherchierte daraufhin auf Empfehlung bei STA Travel nach einer konventionelleren Route nach Japan. Ich fand dabei sehr gute Angebote vor allem bei Etihad und Emirates. Da beide nun einen Zwischenstopp in Abu Dhabi bzw. Dubai vorsahen, fühlte ich die Idee eines verlängerten Zwischenhaltes in den Emiraten in mir aufkeimen.

Es reizte mich mehr, in Dubai vorbeizuschauen. Einmal wenigstens wollte ich diese auf Öl errichtete Stadt mit eigenen Augen sehen. Und so sollte es auch kommen.

Ich ging also in die lokale Filiale und fragte, wie viel es kosten würde, von Köln/Frankfurt (das war eigentlich egal) über die Emirate (da es bei Etihad von Abu Dhabi aus einen kostenlosen Shuttlebus nach Dubai und zurück gegeben hätte, fand ich das auch ansprechend) nach Japan zu fliegen.

Vor Augen führend, dass ich ca. einen Monat vor Beginn der Uni in Japan sein wollte und der Hinflug damit mitten in der Sommersaison stattfinden würde, war ich von den resultierenden 850€ für Hin- und Rückflug mit Emirates ab Frankfurt positiv überrascht.

Eine Beschreibung der Flugterminschieberei vor Ort möchte ich Euch an dieser Stelle ersparen – freie und vor allem kombinierbare Flugzeiten sind eine Wissenschaft für sich – von daher nur die Eckdaten: Frankfurt –> Dubai, Dubai (2 Nächte), Dubai –> Tokyo Haneda.

Da ich, wie bereits erwähnt, mit zwei Begleitern flog – die aus Persönlichkeitsrechtsgründen hier nicht namentlich genannt werden – schloss sich der Ankunft und Niederlassung in Tokyo ein wenig Landeserkundung an.

Die folgenden Berichte unter dem stupide von Jack Kerouac geklauten Titel „On the Road“ werden daher versuchen, einen Einblick in das zu geben, was ich auf der Reise nach und auf den Kurztrips in Japan gesehen und erlebt habe. Über die Eindrücke der Anderen kann ich nur spekulieren, deswegen bleibt es bei dem egomanischen „ich“.3

Mein Koffer

Ein schwerer Koffer, der nicht danach aussieht.

Die Eindrucksvielfalt und Detailmenge sind groß, jedoch über alles zu schreiben wäre unmöglich, denn je mehr ich über das Eine schreibe und je mehr Zeit dafür in Anspruch genommen wird, desto schwammiger wird die Erinnerung an das Andere.

Ich möchte schließlich auch versuchen, das Ganze so aktuell wie möglich zu halten und die Berichte nicht erst ein halbes Jahr später hochzustellen.4 Daher werde ich an manchen Stellen auch einfach nur Fotos mit einbeziehen, damit mir der Schreibaufwand ein wenig genommen wird und Ihr etwas zu gucken habt.

Also, lasst uns Sodom erkunden! Ich hoffe, es wird interessant.


Mumon

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Fußnoten

„Ja, der Gedanke gefällt mir sehr.“ Oh, wie ich die Deutschstunden im japanischen Fernsehen genießen werde!

Irgendwann aber werde ich Dich ich schnappen, Transsibi! (Klingt wie ein Pokemon…)

Zumal vieles davon für mich nicht das erste Mal war; das ändert natürlich die Erwartungen und die Betrachtungsweise.

So wie ich es bei einer anderen Reise dieses Jahres geplant habe…

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