Der Schreibmaschine erster Einsatz: Ein intermedialer Impuls

Ich muss gestehen, dass meine Schreibmaschine eine gewisse Zeit nach den obligatorischen Erstnutzungstests im Koffer in einer Ecke meines Zimmers vor sich hinvegetierte. Wahrscheinlich hatte ich letztes Jahr einfach zu viel zu tun, um mich in aller Ruhe dafür mal an den Tisch zu setzen.

Es kam dann dieses Jahr dazu, dass ich an einem Wochenende, das ich erkältet zu Hause verbrachte, mich dazu entschloss, erneut Band of Brothers zu schauen – komplett an zwei Abenden. Ich stellte mich daher am Samstag auf fünf Stunden Kriegsgeschehen der Easy Company ein und verschlang eine Folge nach der anderen.

Die letzte Folge des Abends, Crossroads – es muss schon ein/zwei Uhr in der Nacht gewesen sein –, bot eine kurze Begegnung zweier befreundeter Captains nach der Niederschlagung einer deutschen Widerstandsattacke.

Dieses Bild veranlasste mich unvermittelt dazu zu überlegen, wie diese kleine Begegnung literarisch aussehen würde – beziehungsweise bewog mich die bestimmende Stille und Wortkargheit der Begegnung dazu, mir zu überlegen, was in den Köpfen der beiden vorgeht.

Hier ist mein Versuch dazu (nebenbei bemerkt handelt es sich dabei um den Text mit der bisher größten Anzahl an Korrekturen):

War_Scene

Ok, das mit der „bestimmende[n] Stille“ ist eine literarische Dramatisierung meinerseits; denn schaut man sich im Vergleich dazu die Originalstelle an,1 so erkennt man, dass die Pausen doch nicht so lang sind, wie ich sie mit Gedanken zu füllen versuche.

Vielleicht ist aber so eine Adaption2 eines filmischen Werkes in Literaturform etwas, das ein tieferes Verständnis für Literatur allgemein mit sich bringen kann. Kurosawa Akira 黒澤明 hat mal gesagt: „[T]hey [the novelists] may see clearly expressed on the screen, by sheer intuition on the part of the director, something they had meant to write but had not been able to.“

Ein größerer Austausch zwischen Literatur- und Filmschaffenden könnte daher interessante Möglichkeiten eröffnen. Und inter-artistische Kollaborationen befürworte ich ja sowieso. In dem Sinne hoffe ich darauf, dass vielleicht auch mehr Schriftsteller Interesse an Filmen zeigen.


Mumon

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Fußnoten

1 Bis vor einer Woche oder so gab’s die noch auf youtube.

2 Streng genommen ist Band of Brothers auch schon eine Adaption, allerdings eines Sachbuchs, weswegen ich das mal nicht zähle.

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