As the Gods Will und Lesson of the Evil (Miike Takashi)

Erneut ist Miike Takashi 三池崇史 hier mit einer Vorankündigung vertreten. Kein Wunder, hat er doch in seinen 24 Jahren Filmkarriere bisher beachtliche 94 Filme gedreht. [1] Dass er damit im Durchschnitt vier Filme pro Jahr herausbringt, führt natürlich dazu, dass Ankündigungen seiner Filme übermäßig häufig vorkommen.

Es deutet natürlich ebenfalls an, dass nicht jeder Film eine Perle der Filmgeschichte ist. Aber versuchen wir mal den Teaser zu einem weiteren seiner anstehenden Filme (einen anderen Trailer hatte ich bereits hier), 神様の言うとおり As the Gods Will, einzuordnen.

In dem Film geht es um einen gelangweilten Schüler, dessen Leben auf den Kopf gestellt wird, als eines morgens der Kopf seines Lehrers explodiert. Fortan sind er und seine Mitschüler Teilnehmer eines Spiels, bei dem es um Leben und Tod geht. [2]

Kennen wir nicht so etwas in die Richtung? Ja, richtig! Und welch Ironie, dass damit die The Hunger Games-Reihe als weichgespülte Version von Fukasaku Kinjis 深作欣二 Battle Royale (2000) Konkurrenz aus dem Ursprungsland bekommt.


Kurzer Einschub: Lesson of the Evil

Nur zwei Jahre nach 悪の教典 Lesson of the Evil (2012) widmet sich Miike also wieder dem Thema des High-School-Massenmordes. Diesmal soll es allerdings wesentlich spaßiger zugehen. In seinen eigenen Worten passiert im Film folgendes: „They live, some heads roll, they run, blood sprays, they cry, they laugh and then they die – in other words, a fun movie.“ [2]

Um ehrlich zu sein stimmt mich das optimistisch, dass dieser Film daher unterhaltsam werden könnte. Nicht nur, weil es sich hierbei im Gegensatz zu Lesson of the Evil um eine Mangaverfilmung handelt,sondern auch weil es durchaus skurrile und lustige Momente im Film zu geben scheint.2  

Denn einer meiner größten Kritikpunkte an Lesson of the Evil ist, dass sich der Film zu ernst nimmt und streckenweise einfach nur langweilig ist. Das kommt auch daher, dass es in dem Film keine Charakterentwicklung gibt und einem noch im zweiten Drittel neue Charaktere präsentiert werden, die aber genau wie alle anderen nur Kanonenfutter für den schülerermordenden Lehrer sind. In dieser Hinsicht scheint die Fokussierung auf einen Schüler und eine Handvoll seiner Klassenkameraden in As the Gods Will die bessere Richtung zu sein.

Dennoch ist der Schockeffekt von Lesson of the Evil nicht unerheblich, obwohl dabei der Kritikpunkt ist, dass das Niedermetzeln der Schulklasse ohne jeglichen Erklärungsversuch geschieht.3 Der Film ist damit unangenehm, keine Frage, aber inszenatorisch und inhaltlich flach wie eine Zange. Einzig die netten surrealen Vergangenheits/Fiktions/Realitäts-Überlagerungen sind gelungen.

Fazit: Grim (not in a good way) and disturbingly pointless.


Um auf As the Gods Will zurückzukommen, kann ich also zusammenfassend sagen, dass ich eher etwas in Richtung Battle Royale – Gesellschaftskritik + Kurzweile + skurrilen Humor erwarte. Ob es sich wirklich lohnt, wird sich dann zeigen.

Ach ja, und um vorerst weitere Miike-Ankündigungen zu vermeiden, habe ich noch die Nachricht, dass er bereits an seinem nächsten Film arbeitet, 極道大戦争 Yakuza Apocalypse. Hell Yeah!


Mumon

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Fußnoten

1 Lesson of the Evil ist eine Romanverfilmung. Vielleicht sollte ich aber mal den Roman irgendwann lesen.

2 Siehe das Ende des Teasers.

3 Keine Aussage als Aussage auf die Unbeschreiblichkeit solcher Ereignisse? Nur die Bilder sprechen lassen? Wenn ja, dann ist das der einfachste Trick mit der größten Wirkung.


Quellen

[1] http://www.imdb.com/name/nm0586281/?ref_=fn_al_nm_1

[2] http://www.wildgrounds.com/2014/07/24/teaser-for-takashi-miikes-as-the-gods-will/

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