Nachklang einer Assoziation

Ein Finnisches Haus

Shutter Island. Auch heute noch erweckt dieses Foto bei mir diese Assoziation. Dabei ist es keineswegs auf Peddocks Island entstanden, noch stellt es eine psychiatrische Anstalt dar. Um ehrlich zu sein weiß ich gar nicht, was für einen Zweck dieses Haus überhaupt erfüllt. Das wusste ich aber auch damals nicht, als ich im kühlen November davor stand und eine Entdeckungstour um das Gebäude gemacht habe.

Wohl weiß ich, dass das Foto auf Suomenlinna vor Helsinki entstanden ist. Eine interessante Inselkette, wie ich sagen muss. Aber mit touristischen Details möchte ich mich an dieser Stelle nicht aufhalten.

Ich glaube, was ich sagen möchte, ist folgendes: es ist ästhetisch ansprechender, wenn man nicht weiß, was ein Gebäude beherbergt. Wenn also das Gebäude einfach Gebäude ist, kann man sich schließlich sein ganz eigenes und persönliches Bild davon machen.1 Der Grund dieser Assoziation ist irrelevant – auch das macht es so schön. Und so habe ich in diesem Moment – und seit jeher – an Shutter Island gedacht.

Auf einem nicht ganz so standfesten Felsen stehend blickte ich also auf dieses mysteriöse Gebäude zurück. Die Aussicht in die andere Richtung, vom Abhang aus, war zwar fast schon schöner (ich frage mich, ob es davon auch Fotos gibt…), aber irgendwie fasziniert mich dieses Gebäude immer noch. Es stellt für mich ein Beispiel der bescheidenen, alternden Ruhe dar. Ein Gebäude, das dort auf einer Insel, umgeben von grünem Nichts, seit Jahrzehnten steht, ohne beeindrucken zu wollen. Es ist einfach.


Mumon

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Fußnoten

1 Die neue Bibliothek der Uni Freiburg ist da so ein Paradebeispiel. Als ich es noch für ein Parkhaus hielt, fand ich es wesentlich schöner. Zwar in einem funktionalem Sinne, aber egal.

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