Literatur

The Man Who Mistook His Computer for a Book: Portrait eines Studenten

Wieder ist es soweit, der Blog ist ein Jahr älter geworden. Und wie auch letztes Jahr, soll es nun eine tabellarische Rekapitulation dessen, was ich in diesem einen Jahr gelesen habe, geben. Es sind erneut wieder die Bücher aufgelistet, die in der Seitenleiste unter „Aktuelle Literatur“ standen. Dabei möchte ich mich – so wie die Tabelle, leider – kurz fassen.

Wie man unten sehen kann, habe ich in diesem Jahr sehr wenig gelesen. Und hatte ich letztes Jahr bereits beklagt, damals wenig gelesen zu haben, so unterbietet die diesjährige Bilanz jene Bilanz um ein Vielfaches.

whoami

Es ist wieder Zeit für Ankündigungen! Es geht heute um drei Dinge, von denen ich denke, dass sie es wert sind, kurz erwähnt zu werden. Es handelt sich dabei keineswegs um herausragende neue Funktionen dieses Blogs, aber manchmal reichen ja auch kleinere Änderungen. Fangen wir also der Reihe nach an.

1. Anknüpfend an den letzten Beitrag wiederhole ich hier zu Anfang erneut die Tatsache, dass nun der virtuelle Katalog meiner Bibliothek über den Blog erreichbar ist (unter https://bibliotheca.litterraincognita.de).

born@shell

Wie manch einer weiß – was man aber im Blog kaum merkt –, studiere ich Computerlinguistik, ein Fach, dessen Beschreibung als „das, was Google macht“ genauso vage wie präzise ist. In dem Fach, in dem ich mich sowohl mit linguistischen Phänomenen als auch der computationellen Untersuchung dieser Phänomene beschäftige, sitze ich, wie der Name andeutet, sehr viel vor dem Computer. Und da kam mir eine Idee.

Wie in einem der ersten Beiträge angekündigt – und wie durch den Bloguntertitel angedeutet –, geht es hier auf dem Blog darum, meine Sicht der Dinge auf die Welt und das, was meine Welt ausmacht, zu präsentieren. Da ich nun schon etwas länger studiere (*hust*) und da ich mich mehr und mehr in die Untiefen von Computern begebe, fand ich es nur allzu passend, Euch auch diese Welt zu präsentieren.

Einleitend soll es dazu also einen kleinen Beitrag zu meiner Shell geben (Erklärung folgt), der gleichzeitig die neue Kategorie „Technisches“ einweiht, in der es um solche computerbezogenen Dinge geht. Wie man feststellen wird (heute noch nicht unbedingt – in anderen Beiträgen und/oder Tutorials schon), ist diese Welt eine, auch wenn nicht literarische, so denn doch textbasierte Welt, die zudem dem Ein oder Anderen unbekannt sein dürfte.

Kurzmitteilung

Heute habe ich das 400ste Buch in meine Bibliothek aufgenommen! Gut, lediglich in den virtuellen Katalog meiner richtigen Bibliothek, die noch ungefähr ein halbes Bücherregal nicht-katalogisierter Bücher enthält… Aber ich fand die Zahl 400 einfach so schön. Es handelt sich bei der Neuanschaffung um ein Faksimile der Erstausgabe von Lessings Beyträge zur Historie und Aufnahme des Theaters, der ersten Theaterzeitschrift Deutschlands, aus dem Jahre 1750.

Through the Literature Glass: Ein literarischer Jahresrückblick

Der heutige Tag markiert das einjährige Bestehen dieses Blogs! Als kleine Feier des Tages habe ich mir überlegt, alle Bücher, die ich in diesem vergangenen Jahr gelesen habe, in einer Tabelle mit zusätzlichen Details wie Genre und Seitenzahl zu präsentieren und sie in Form von X/10 Punkten zu bewerten. Diese Bücher waren es, die über das Jahr verteilt auf den Beitragsseiten in der rechten Seitenleiste unter „Aktuelle Literatur“ aufgelistet waren.

Ich möchte anmerken, dass ich diese Bücher privat und aus freien Stücken gelesen habe, daher ist sämtliche Literatur für die Uni – mit Ausnahme von Japanese Society (welches ich bereits privat gelesen hatte, dann aber zufälligerweise als Unterrichtslektüre im Anthropologiekurs wieder auftauchte) und 東京原発 (kein Grund) –, wie Textbücher und Kurzgeschichten, nicht enthalten. Des Weiteren sind nicht aufgelistet: Bildbände (Brassaï, Escher etc.); Referenzbücher (Programming in Scala); und alle Bücher, in die ich lediglich reingelesen habe (Adornos Musikalische Schriften, Hofstadters Le Ton Beau de Marot etc. etc.).

Triviaphorismus

Student: „Teacher, which are the words I can say?“

Teacher: „You can say any word, Ragetsu. You see: Words are for everyone.“

Student: …

Teacher: „Yes, it can make one quite speechless, can it not.“

Student: „It is not that, teacher, which I was contemplating about.“

Teacher: „What was it then?“

Student: „It would have sounded more natural to me if you had said Lemmata are universal in their utterability, teacher.“

Teacher: „Yes, that is what I was saying.“

(aus: Kawasaki Saburō, Zen in Modern Japan)

Auf einer dunklen Straße

V. In media res

Scheiße. Mir ist zum Kotzen. Die Kopfschmerzen haben auch kein bisschen nachgelassen. Der Wind zieht stark durch die Gegend, die Wolken über und unter uns kündigen heftigen Regen an. Ich friere im Pyjama. Mich umzuziehen wäre jedoch zwecklos, da meine anderen Sachen alle bis zur letzten Faser durchnässt sind.
    Drinnen, in der Hütte – sie verdient diesen zwar Namen eigentlich nicht… –, konnte ich es nicht länger ertragen. Die Luft, durchsetzt vom Schweiß und der dahinsiechenden Hoffnung unzähliger anderer Mitwanderer, schnürte mir unerbittlich die Kehle weiter zu. Das ist hier draußen, auf 3450 Metern Höhe, nur leicht besser. Aber es ist besser. Und nur das zählt. Tief einatmen und langsam ausatmen. Tief einatmen, langsam ausatmen… Einatmen……… Ausatmen………… Ich brauche mehr Luft zum Atmen: mehr, mehr, mehr! Genauso wie ich mir einredete, auf diesem Berg schneller in die Höhe wandern zu müssen. Der Wunsch nach diesem „mehr“ – auch an Erfahrung – trieb mich hierhin. Dennoch: ich wollte das ja unbedingt. Eine endgültige Beurteilung bleibt zwar noch aus, aber die momentane Ambiguität der Situation lässt mich erschaudern. Das habe ich nun davon. Nüchtern betrachtet ist mir zum Kotzen und es hat mich mehr als ein hundert Euro gekostet. Schon Schiller sagte: „Mit der Dummheit kämpfen Götter selbst vergebens.“
    Es beginnt zu regnen. Ich sehe jedoch der Tatsache ins Auge, dass ich noch etwas länger hier draußen bleiben muss, damit sich mein Körper beruhigt. Manch anderer huscht durch den Regen an mir vorbei Richtung Toilette. Ich setze mich auf die Bank. Vielleicht ist jetzt ein guter Zeitpunkt um zu erklären, warum ich hier bin.

Der Schreibmaschine erster Einsatz: Ein intermedialer Impuls

Ich muss gestehen, dass meine Schreibmaschine eine gewisse Zeit nach den obligatorischen Erstnutzungstests im Koffer in einer Ecke meines Zimmers vor sich hinvegetierte. Wahrscheinlich hatte ich letztes Jahr einfach zu viel zu tun, um mich in aller Ruhe dafür mal an den Tisch zu setzen.

Es kam dann dieses Jahr dazu, dass ich an einem Wochenende, das ich erkältet zu Hause verbrachte, mich dazu entschloss, erneut Band of Brothers zu schauen – komplett an zwei Abenden. Ich stellte mich daher am Samstag auf fünf Stunden Kriegsgeschehen der Easy Company ein und verschlang eine Folge nach der anderen.