RIchtige CERealien Charakterisieren Anhaltende Ra(s)tlosigkeit

So, hier ist er nun: der Blog, von dem nie die Rede war. „Warum?“, mag man sich fragen. Nun, eigentlich dient dieser Blog nur dazu, meine Eindrücke und Betrachtungen der Welt besser ordnen zu können; hauptsächlich, damit ich den Überblick nicht verliere – was dennoch geschehen wird, so viel steht fest.

Das bedeutet auch, dass man hier vielerlei Dinge findet, die nur entfernt etwas miteinander zu tun haben (so, wie meine Gedanken). Von Literatur über Musik bis hin zu Kuriositäten des Alltags und des Internets wird hier fortan alles landen, wonach mir dürstet, verschriftlicht zu werden.

Die Einträge korrespondieren nicht chronologisch zu den Entstehungen oder den besprochenen Ereignissen der Einträge. Die Länge der Artikel hängt natürlich stark von der Angemessenheit im konkreten Fall, der Zeit, die ich investieren kann und der Lust, die mich beim Schreiben überfällt, ab.

Man sollte daher nicht erwarten, dass ich jeden Tag aktiv sein werde; auch nicht alle zwei oder gar drei Tage. Im Rheinland sagt man: „Et kütt wie et kütt.“ Und nachdem bereits Werbebanner an Flughäfen (und offensichtlich die Deutsche Bahn) dieses Credo verbreiten, bleibt mir als Flug- und Bahnreisender nichts anderes übrig, als mich dem anzupassen.

Den eigentlichen Titel des Blogs, litterra incognita, bitte ich, etwas weiter aufzufassen. Nicht nur wird es um Literatur gehen, sondern auch um viel Anderes, wie ich unten erläutern werde – aber sie spielt hier eine zentrale Rolle, denn eines der Ziele ist es, „unbekannte“ Literatur zu präsentieren. Schließlich spiegelt Literatur einen Großteil dessen wider, was das Abbild der Welt in unseren Köpfen prägt. Und so, wie ich Anderes lese als Ihr und Ihr Anderes lest als ich, so sind auch unsere Vorstellungen der Welt unterschiedlich.

Das Medium des Blogs bringt es nun mit sich, dass ich mich vorrangig auf die Welt in meinem Kopf konzentrieren werde. Diese wird den meisten wahrscheinlich zu großen Teilen unbekannt sein. So wird es auch um meine Literatur gehen, die ich von Zeit zu Zeit hochstellen werde.

Man wird bei den Texten dann auch vielleicht feststellen, dass sich der Schreibstil ändert oder dass ich gerne bestimmte Wendungen oder Arten von Wendungen häufig benutze. Ich möchte, dass dieser Blog diesen Entwicklungsprozess dokumentiert und es würde mich natürlich freuen, wenn eventuell für den ein oder anderen doch etwas dabei sein sollte, das ihr oder ihm zusagt.

Wie mein Oberstufenlehrer in der japanischen Schule zu sagen pflegte: „Und wenn Du nur ein neues Schriftzeichen lernst, so ist das schon ein Fortschritt.“ Damit möchte ich meiner Hoffnung Ausdruck verleihen, dass etwas in meiner Literatur vorhanden ist – und sei es nur ein Satz, ein Wort –, was für Euch interessant sein könnte.

Neben meiner eigenen Literatur ist es aber auch die Literatur, die ich lese, welche ich Euch nahe bringen möchte. Es sollte nur nicht erwartet werden, dass sich dies in Buchbesprechungen äußert. Vielmehr dient als Hauptindikator ein auf der rechten Seite der Beitragsseiten befindliches Textfeld, über das ich aktuell informiere, was auf dem Leseplan steht. 

Und heißt es schon bei Bach in einer Zwischenüberschrift seines „Musikalischen Opfers“: „Regis Iussu Cantio Et Reliqua Canonica Arte Resoluta“1, was als Akrostichon „RICERCAR“ (von ital. ricercare = suchen) ergibt, so gilt auch hier, dass es oft kleine Hinweise sind, beiläufige Bemerkungen, die Aufschluss über empfehlenswerte Literatur geben.2

Neben der Literatur dient mir dieser Blog auch als Plattform der Gedankenäußerung, in der Hoffnung, ab und an Sachen anzusprechen oder bewusst zu machen, an die man normalerweise vielleicht eher selten denkt – in diesem Sinne also „unbekannt“ sind. Dabei werde ich manchmal ernste, manchmal nicht so ernste Themen ansprechen. Mal schauen, wie es sich ergibt.

Was sich aber definitiv ergeben wird, sind Einträge zu dem weit gefassten Themengebiet „Japan“ – die zweite große (lit)terra incognita. Nicht nur mein einjähriger Aufenthalt, der bald beginnen wird, wird hier Niederschlag finden, sondern auch Infoartikel zu japanbezogenen Themen, die mir wichtig sind. Es geht also auch darum, eine Gedanken- und vor allem Kulturwelt Leuten näher zu bringen, die sonst damit nicht so viel am Hut haben.

Zu guter Letzt hoffe ich natürlich, Dinge zu entdecken, die für uns alle neu sind – seien es (kuriose) wissenschaftliche Entdeckungen oder empfehlenswerte Artikel oder Videos. Daher wird es hier auch um Spaß gehen, um Spaß am Entdecken und um Spaß am Teilen.

Stellt’ Euch also ein auf Literatur, Japan, Triviaphorismen3, Fotos und alle möglichen Dinge, über die ich stolpere – einschließlich der obligatorischen Stolpersteine und der Schläuche, auf denen Andere stehen.


Mumon

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Fußnoten

1 Zu dt.: „Auf Geheiß des Königs die Melodie und der Rest durch kanonische Kunst erfüllt“.

2 Allgemein wird es auch kleine Referenzen auf Anderes geben. Ich werde mir nicht immer die Mühe machen, diese zu explizieren und aufzulösen. Des Weiteren sind die Bezüge nicht immer so dämlich wie im Titel – oder vielleicht doch?

3 Ich habe mich dazu entschlossen, kleinere Gedankenfetzen unter diesem Portmanteau zu fassen, da ich mir nicht anmaße, „Aphorismen zur Lebensweisheit“ o.ä. damit von mir zu geben.

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